WDR Lokalzeit Südwestfalen, 12.8.2011 zur Umbenennung der Karl-Wagenfeld-Straße

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unsere Ausführungen lauteten:

Nachdem uns vor 3 Wochen die Tragweite der Rassenhetze von Karl Wagenfeld bekannt wurde, können wir Warsteiner nicht mehr glaubhaft jährliche Euthanasie-Gedenkfeiern hier an der Treise-Kapelle begehen und weiterhin einen Mann würdigen, dessen Wirken dazu beigetragen hat, dass 1941 bis 43 hier aus der Provinzial-Heilanstalt über 1.500 Menschen zur Ermordung abtransportiert wurden.
(WDR-Schnitt:) Und auch danach, als das dann heimlich weiter ging, weitere 2.400 Patienten „verlegt“ wurden, von denen wahrscheinlich nur wenige mit dem Leben davon gekommen sind. Karl Wagenfelds Hetze gegen sogenanntes „Unwertes oder Minderwertiges Leben“ hat damals zu diesen barbarischen Verbrechen an behinderten Mitbürgern beigetragen.

Nach Abwägung zwischen dem Aufwand der Adressänderungen und dem moralischen Erscheinungsbild der Stadt hat sich die SPD entschieden, den Antrag zur Umbenennung der Karl-Wagenfeld-Straße zu stellen. Die Anwohner sind nicht verantwortlich, dass die Stadt vor Jahrzehnten den Straßennamen so gewählt hat, also werden wir sie auch jetzt nicht im Regen stehen lassen. Diese Sache geht alle Bürger der Stadt etwas an. Wir werden den nötigen Aufwand organisatorisch erleichtern.